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Startchancen

Unser Verein ist seit über 30 Jahren in Schulen tätig. Neben der Demokratiebildung haben wir uns auf die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Wir bieten Programme zur konstruktiven Konfliktbearbeitung für Grund- und Mittelschulen an und unterstützen Eltern durch Trainings und Elternabende in ihrer Rolle als verantwortliche Erziehungspartner*innen.

Viele unserer Angebote ergänzen die Entwicklung des Ganztags und ermöglichen eine kohärente Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen werden von uns qualifiziert, sodass die Programme nachhaltig verankert und miteinander verbunden werden können.

Wir gehen davon aus, dass Konflikte wichtige Lerngelegenheiten darstellen, in denen Kinder soziale Kompetenzen entwickeln. Sie lernen, mit Unterschieden umzugehen, Verantwortung für die eigene Rolle im Streit zu übernehmen, Grenzen zu erkennen und zu respektieren. Dadurch entsteht ein konstruktives Werte- und Regelverständnis. Die Zahl der Auseinandersetzungen kann steigen, doch die Gewalt nimmt ab, weil alternative Formen der Konfliktbearbeitung in den Vordergrund treten.

Für Lehrkräfte bedeuten unsere Programme langfristig eine deutliche Entlastung in der zeitintensiven Konfliktklärung. Konflikte lassen sich klarer strukturieren und leichter bearbeiten. Regeln und die damit verbundenen Konsequenzen werden eindeutiger definiert. Regeln unterscheiden sich von Zielen: Sie begrenzen, während Ziele Orientierung geben. Regeln müssen nicht positiv formuliert werden – Ziele hingegen schon. Unser Programm stärkt die Rollen aller Beteiligten und erleichtert herausfordernde Gespräche mit Eltern. Erziehungspartnerschaft bedeutet eine gemeinsame Verantwortung für das Kind in klar definierten Räumen – nicht die Erfüllung individueller Wünsche.

In den Klassen entsteht eine konstruktive Kultur des Miteinanders. Dadurch können Mobbingprozesse frühzeitig erkannt und verhindert werden.

Wir unterstützen Sie bei folgenden Zielen des Startchancen-Programms:

  • Steigerung der Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler
  • Verbesserung der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

Unsere Angebote:

Grundschule

Das WIR‑Projekt

Das WIR‑Projekt befähigt Kinder einer Grundschulklasse, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. Die Konfliktklärung erfolgt in vier klaren Schritten, die in der Klasse eingeführt und gemeinsam eingeübt werden. Dadurch können Konflikte in kurzer Zeit und nachhaltig geklärt werden.

Wesentlich ist, dass die Klasse vertiefende Einheiten zu Gefühlen und Grenzen erhält. Zudem sollte ein wöchentlicher Klassenrat etabliert werden, in dem gelungene Klärungen gewürdigt und offene Konflikte besprochen werden. Die Klassenlehrkräfte erhalten hierfür umfangreiche Materialien. Die vertiefenden Einheiten orientieren sich am Lehrplan des Fachs HSU.

Zielgruppe: Grundschulkinder ab der 2. und 3. Klasse. Für die 1. Klasse empfiehlt sich die Einführung im Sommerhalbjahr.

Zeitlicher Rahmen:

  • 3 Einheiten mit den Kindern
  • 2 Coachings für die Lehrkräfte
  • 1 Elternabend

Weitere Informationen: http://w-i-r-projekt.de/

Das WIR‑Projekt als Schulprojekt

Besonders empfehlenswert ist die Einführung des Projekts in der gesamten Schule. So verfügen alle Kinder über ein gemeinsames Verfahren der Konfliktbearbeitung, und Lehrkräfte sowie Sozialarbeiter*innen können darauf aufbauen. In Ganztagsschulen sollten auch Betreuungskräfte einbezogen werden, um eine hohe Kohärenz im Schulalltag zu gewährleisten.

Für die gesamte Schule umfasst das Projekt:

  • eine 7‑teilige Fortbildung für Lehrkräfte (je 4 Stunden)
  • die Durchführung in zwei Klassen, in denen Lehrkräfte hospitieren
  • anschließend übernimmt die Schule die eigenständige Umsetzung
  • 3 Supervisionseinheiten à 90 Minuten im ersten Jahr sind enthalten

Sozial‑emotionale Kompetenz durch kreative Einzelangebote

Wir haben eine Reihe von Einzelangeboten entwickelt, die von einmaligen 90‑minütigen Einheiten bis zu fünfteiligen Kursen reichen. Die Methoden sind erfahrungsorientiert ausgerichtet; viele Angebote arbeiten kunstpädagogisch und fördern Wahrnehmung, Ausdruck und Selbstwirksamkeit.

90‑minütige Angebote

Konzentration und Resilienz fördern – mit einfachen Körperübungen (Hoppipolla‑Karten)

Hoppipolla sind sanfte Bewegungsübungen, die Sinneswahrnehmung, Körperempfinden, Gleichgewicht, Zentrierung, Lebendigkeit und Kraft stärken.

In dieser Einheit lernen die Teilnehmenden die Übungen aus dem Hoppipolla‑Kartenset (FBF) kennen. Die Bewegungen sind leicht zu erlernen, vielseitig einsetzbar und wirkungsvoll. Die illustrierten Karten ermöglichen es den Kindern, die Übungen schnell zu erfassen und selbstständig – sowohl in der Schule als auch zu Hause – anzuwenden.

Die Übungen eignen sich besonders für den Unterrichtsbeginn, nach Pausen oder zum Ausklang des Schultages. „Hoppipolla“ bedeutet „in Pfützen hüpfen“ – ein Bild für Leichtigkeit und Freude. Genau diese Freude erleben die Kinder bei den Bewegungsübungen und sie können sich anschließend wieder neu auf schulische Aufgaben einlassen.

Zielgruppen:

  • Lehrkräfte
  • Erziehende im Ganztag
  • einzelne Klassen

Kosten: 250 € pro Einheit zzgl. Fahrtkosten ab 25 km

Mehrteilige Angebote für Mädchen

4 Einheiten à 90 Minuten

  • Spotlight – Wie kann ich mich zeigen? Selbstwahrnehmung, Ausdruck, Präsenz
  • Heldinnen – Wie finde ich Mut? Stärken entdecken, innere Ressourcen aktivieren
  • Drama Queens – Wie kann ich mir helfen? Umgang mit starken Gefühlen, Selbstregulation, kreative Strategien

Mittelschulen

StreitBar – ein Gewaltpräventionsprojekt

Für die Klasse

In diesem Kurs lernen die Schüler*innen, wie Konflikte gelingend und ohne Gewalt bearbeitet werden können. Sie erwerben:

  • einen gesunden Zugang zu ihren Gefühlen,
  • die Fähigkeit, Grenzen zu setzen, ohne Gewalt auszuüben,
  • ein Bewusstsein für die Bedeutung von Respekt im sozialen Miteinander,
  • konkrete Erfahrungen darin, wie Konflikte geklärt werden können.

Gearbeitet wird mit kreativen Methoden und Kleingruppenformaten direkt in der Klasse.

Im Coaching für die Lehrkräfte wird die Klasse unter dem Blickwinkel sozialer Beziehungen und Konfliktdynamiken betrachtet. Gemeinsam werden Ideen entwickelt, welche Maßnahmen der Klasse sinnvoll helfen können – auch im Hinblick auf Mobbingprävention.

Umfang für eine Klasse:

  • 4 Einheiten à 90 Minuten
  • 2 Coachings für Lehrkräfte à 120 Minuten

StreitBar als Gesamtprojekt für eine Schule

Viele Mittelschulen verfügen über Streitschlichterinnen oder hatten entsprechende Programme. Wir bieten den Aufbau von WIR‑Coaches an – Schülerinnen, die Konflikte nach dem StreitBar‑Verfahren begleiten können.

WIR‑Coaches sind in der Lage:

  • Konflikte nach dem StreitBar‑Modell zu bearbeiten,
  • bei Mitteilungen zu psychischen Belastungen geeignete Fachpersonen zu vermitteln,
  • das StreitBar‑Projekt in den 5. und 6. Klassen einzuführen.

Umfang des Gesamtprojekts:

  • 32 Doppelstunden mit der Schüler*innengruppe
  • 2 Ganztagesangebote
  • ein 6‑teiliger Kurs (je 3 Stunden) für Lehrkräfte und JAS, in dem die Grundlagen der StreitBar vermittelt werden

Mittelschule – 9. und 10. Klasse

Demokratie und Werte: KrisenFest

KrisenFest ist ein Lern‑Planspiel, das demokratische Grundlagen in einer Stadt oder Gemeinde erfahrbar macht. Die Spielgeschichte: Eine Stadt möchte ihr 1000‑jähriges Jubiläum feiern. Bürgerkomitees werden einberufen – doch plötzlich treten verschiedene Krisen deutlich hervor. Die Stadt muss entscheiden, wie sie das Fest gestalten und gleichzeitig Verantwortung für die Zukunft übernehmen will.

Dauer eines Spieldurchgangs: 6 Stunden (8:00–14:00 Uhr)

Weitere Informationen: https://krisenfest.org/

Verfassungsviertelstunde – Mittelstufe

Wir suchen Pilot‑Schulen, die mit unserem Angebot zur Verfassungsviertelstunde arbeiten möchten. Es steht ein vorbereitetes Klassenset zur Verfügung.

Umfang:

  • 2 schulinterne Fortbildungen (SchiLF) zur Einführung in das Material
  • eine Nachbesprechung am Ende eines Durchlaufs

Das Projekt ist bis Juli 2027 gefördert. Wir können drei Schulen aufnehmen.